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Pressemitteilung

Hans-Josef Fell MdB tankt bei Solar-Einkaufsgemeinschaft Solarstrom

Was H.-J. Fell im Großen ermöglicht hat, hat Richard Kerscher im Kleinen umgesetzt  

Rottenburg-Oberndorf, 1. September 2005. Auf seiner fünftägigen Tour mit dem Solarmobil durch Bayern hat Hans-Josef Fell MdB am Mittwoch, 31. August, auch bei der Solar-Einkaufsgemeinschaft Halt gemacht. Eine Stunde lang tankten er und seine Frau Annemarie auf dem Hof von Richard Kerscher in Buchberg, Niederbayern, Solarstrom für ihre nächste Etappe mit dem Solarmobil Twike. Dabei konnte Fell, der als Energieexperte der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen maßgeblich an der Einführung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) mitgewirkt hat, begutachten, wie das Gesetz in der Praxis konsequent umgesetzt wurde. Bereits 1996 hat der heute 38-Jährige Kerscher die erste Solarstromanlage mit vier Kilowattpeak (kWp) Spitzenstromleistung auf dem Hof installiert, heute sind es insgesamt 35 kWp auf Wohnhaus, Scheunen und Ställen. „Super, dann sind Sie ja auch einer der ersten Pioniere“, sagte Fell anerkennend.

Solarmobil zur Abkoppelung von hohen Spritpreisen

Nach einem Rundgang über den Hof nutzte der Bundestagsabgeordnete die Gelegenheit, die Gäste von Bund Naturschutz, den Grünen, Presse und anderen über das Solarmobil, seine Arbeit im Bundestag und die im Erneuerbare Energien-Bereich erzielten Erfolge zu informieren. „Das Elektromobil Twike benötigt nur fünf kWh Strom auf 100 Kilometer, was einem Benzinverbrauch von einem halben Liter entspricht“, erläuterte Fell. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 85 km/h und einer Reichweite von 60 bis 80 km mit einer Batterieladung sei es somit sehr alltagstauglich, so Fell weiter.

Über 130.000 Arbeitsplätze geschaffen

Im Bereich Erneuerbare Energien ging er insbesondere auf die über 130.000 Arbeitsplätze ein, die durch die „weltweit erfolgreichste Markteinführung“ in Deutschland geschaffen werden konnten. Diese seien insbesondere in der neu entstandenen Industrie wie Fabriken für Solarstrommodule und Biomassekraftwerke sowie mittelständischen Handwerksbetrieben entstanden. Auch hierfür lieferte Kerscher wieder ein gutes Beispiel. Der gelernte KfZ-Elektriker und Ingenieur für Feinwerktechnik begann 1995, nebenberuflich Solarstromanlagen zu planen und zu bauen. Im Jahr 2000, gleich nach der Einführung des EEG, hat er es dann zu seinem Vollzeitberuf gemacht. Durch den Kontakt zum Verband der Solar-Einkaufsgemeinschaften e.V., genauer gesagt der Mitgliedsfirma Soleg im Bayerischen Wald, sei Kerscher dann auch zu Solarwärmeanlagen und Holzfeuerungen gekommen. Einen Festangestellten und mehrere Teilzeitkräfte beschäftigt der Solarfachmann heute.

Rarität unter den Solarstrommodulen

Auf dem Hof in der Nähe von Dingolfing hat der technikbegeisterte Kerscher zahlreiche Anlagen installiert. „Für die eigene Nutzung, aber auch zum Vergleich und als Demonstrationsobjekte“, wie er sagt. Interessenten können bei ihm die unterschiedlichsten Modultypen in Augenschein nehmen, darunter auch Dünnschichtmodule und eine Rarität, Webasto-Module mit kristallinen ASE-Zellen. Letztere sind der Form von Automobilkarosserien entsprechend gebogen und werden in Luxus-Autos eingebaut. „Sobald die Sonne scheint, beginnt die Innenraumbelüftung damit automatisch zu laufen“, erklärt er. Die unverkäuflichen Module habe er durch einen Kontakt zur Automobilbranche erhalten und sie auf einem Dach installiert. Ein kleiner Teil von ihnen kommt an der Hausfassade zum Einsatz. Neben der Stromerzeugung dienen die verstellbaren Module hier der Verschattung. Mit seinen 35 kWp Solarstromleistung produziert Richard Kerscher mehr als 30.000 kWh im Jahr, das Sechsfache des jährlichen Bedarfs für Haus, Gewerbe und Landwirtschaft. Dieser liegt bei 5.000 kWh im Jahr.

Auch im Bereich Energieeinsparung ist die Familie aktiv. 2001 ließen sie die Außenfassade des Wohnhauses aus dem Jahr 1970 dämmen und neue Fenster einsetzen. „Früher haben wir 4.000 Liter Heizöl für die rund 200 Quadratmeter Wohnfläche verbraucht und da war das halbe Haus noch kalt“, erzählt Kerscher. „Heute benötigen wir nur noch 1.500 Heizöl.“ Aber auch hiervon will der Familienvater möglichst bald weg. 2002 hat er bereits 24 Quadratmeter Sonnenkollektoren für die Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung installiert. 2003 kam der Küchenheizherd dazu, jetzt steht die Stückholzheizung an. Hans-Josef Fell und seine Frau Annemarie schien es zu gefallen: „Toll, das ist ein schönes Beispiel“, betonte Fell, bevor es mit dem frisch getankten Solarmobil weiter ging nach Straubing.

„Solarwärme zieht nach“

Andreas Schuster, Vertriebsleiter bei der Soleg GmbH in Zwiesel, bestätigt die positiven Entwicklungen, die durch Gesetze wie das EEG in den vergangenen Jahren erzielt werden konnten. Allein 2004 konnte die Soleg, die auf Solarstrom und –wärme, Biomasseheizungen und Sonnenhäuser spezialisiert ist, rund fünf Megawatt Solarstromleistung realisieren. Insgesamt sind es heute, elf Jahre nach Gründung des Unternehmens, über 12 Megawatt Spitzenleistung. Entsprechend sei die Mitarbeiterzahl auf 15 feste Mitarbeiter, rund 30 freie Solarberater und zahlreiche Partnerbetriebe allein in Ostbayern und Franken angewachsen. „Jetzt zieht die Solarwärme nach“, stellt Schuster fest. „Die Raumheizung wird das nächste Zugpferd.“ Mit der erhöhten Förderung von Kombianlagen für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung seit dem 1. Juli 2005 habe man der viel versprechenden Zukunft der Solarwärme Rechnung getragen, so der Wirtschaftsingenieur weiter. „Mit der Sonnenhaus-Technik für weitgehend solar beheizte Häuser sind die Soleg und die Solar-Einkaufsgemeinschaft dafür bestens gerüstet.“
 
 
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