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Pressemitteilung

Wo alles begann:
Solar-Einkaufsgemeinschaft trifft sich zur überregionalen Schulung in der Landvolkshochschule Niederalteich

Rottenburg-Oberndorf, 22. Februar 2005. An einem für sie „historischen“ Ort, der katholischen Landvolkshochschule St. Gunther in Niederalteich, haben sich am vergangenen Wochenende rund 80 Mitarbeiter und freie Solarberater des Verbands der Solar-Einkaufsgemeinschaften e.V. zur überregionalen Schulung getroffen. „Dies ist die Wiege von vielem, was heute ist“, betonte Thomas Hartmann , erster Vorsitzender des süddeutschen Firmennetzwerkes, bei seiner Begrüßung. Zugleich erinnerte er daran, dass am 27. November 1993 im gleichen Saal der erste Vortrag der Solar-Einkaufsgemeinschaft stattgefunden hat. Auch Helga Grömer, Leiterin der Bildungsstätte, ließ es sich nicht nehmen, die „Solarier“ zu begrüßen. Gemeinsam mit Thomas Hartmann war sie Anfang der neunziger Jahre Bildungsreferentin in dem Haus und hat die Entstehungsgeschichte des Verbands aus nächster Nähe beobachtet. Die Teilnehmer an der Schulung genossen die einladende Atmosphäre und stärkten sich bei exzellenter regionaler Küche für die zahlreichen Fachvorträge von Freitag bis Sonntag.

Auftakt der überregionalen Fortbildung, die zwei Mal jährlich an wechselnden Orten in Süddeutschland stattfindet, war ein Besuch bei der Glasmanufaktur St. Gobain / GVG in Deggendorf. GVG ist Glaslieferant für die Sonnenkollektoren der Solar-Einkaufsgemeinschaft. Extra aus Berlin angereist war Dietrich Geidel, Berater bei der KfW-Förderbank. Er informierte über die neuen Förderprogramme „Solarstrom erzeugen“, „Ökologisch bauen“ und „Altbau modernisieren“. Im Bereich Photovoltaik standen technische Innovationen auf dem Programm, unter anderem Blitz- und Überspannungsschutz sowie Auslegung und Statik von Montagesystemen. Solar-Pionier Wolfgang Hilz stellte Möglichkeiten der solaren Heizungseinbindung und Besonderheiten bei Solarspeichern vor. Georg Dasch, erster Vorsitzender des Straubinger Sonnenhaus-Instituts e.V., erläuterte Details der Energieeinsparverordnung (EnEV). Auch die gespeicherte Sonnenenergie in Form von Pflanzenöl war ein Thema. Franz Wagner, Geschäftsführer des Maschinenrings Buchhofen und Pflanzenölmühlenbesitzer, berichtete unterhaltsam und anschaulich von seinen Erfahrungen mit dem neuen Treibstoff. „Qualität ist das, was in Zukunft das Wichtigste ist“, betonte er. „Sonst gibt's Probleme im Tank und mit der Akzeptanz.“

Thomas Hartmann , erster Verbandsvorsitzender und Leiter der Schulung, war gleich zweifach in seinem Element. Die Energiewende hat er sich beruflich auf die Fahnen geschrieben, in der Landvolkshochschule fühlte er sich wie zuhause. „Bis 1990 fanden hier einmal jährlich Kollektorbaukurse statt. Die waren immer gleich ausgebucht, also schlug ich vor, sie häufiger stattfinden zu lassen.“ Im Sommer 1993 reiste das Team aus Niederalteich nach Oberösterreich und lernte dort regionale Solarberater kennen. „Die führten Sammelbestellungen durch, hatten aber keine Baukurse“, erzählt Hartmann, der das Konzept in Gedanken schon weitergesponnen hatte. Außerdem entschied er: „Nicht einer allein muss kämpfen, sondern zusammen müssen wir was machen“. Bei Gerhard Weiße aus dem Chiemgau, heute 2. Vorsitzender des Verbands, stieß er damit auf offene Ohren. Weiße führte bereits seit den achtziger Jahren Kollektorbaukurse durch, unter anderem auch die in Niederalteich.

„Die Baukurse waren gut, aber es gab kein flächendeckendes Netzwerk an Beratern und an Material“, sagt er. Dies wollten die beiden ändern. Also luden sie zu einem ersten Infoabend am 27. November 1993 in die Landvolkshochschule Niederalteich ein. „Den Abend vergesse ich nie“, lacht Gerhard Weiße und erinnert sich an das Schneechaos auf den Straßen. „Kein vernünftiger Mensch hätte sich da auf die Straße gewagt.“ Umso überwältigender war das große Interesse an ihrer Veranstaltung. 120 Interessenten trafen sich dichtgedrängt in dem Vortragssaal. Die meisten wollten eine Solaranlage, einige hatten Interesse an einer Zusammenarbeit. Die Geschichte nahm ihren Lauf. Innerhalb von drei Monaten hatten sie ihre „Kerntruppe“ zusammen, darunter auch Wolfgang Hilz und Peter Littel. Durch Fachvorträge und Baukurse informierten sie fortan über die neue Technik, mit dem gemeinsamen Einkauf und Aufbau machten sie das umweltfreundliche Heizsystem erschwinglich. Am 16. April 1994 fand das erste Auslieferungsseminar statt.

In diesem Jahr wurde auch die Soleg Solar-Einkaufsgemeinschaft GmbH in Zwiesel im Bayerischen Wald gegründet. 1995 folgte die Zukunft Sonne GmbH in Kienberg im Chiemgau. Thomas Hartmann ging in seine Heimat zurück, das schwäbische Rottenburg-Oberndorf, und etablierte dort das Konzept der Solar-Einkaufsgemeinschaft. Weitere Firmen in Bayern und Baden-Württemberg kamen hinzu. 1996 gründeten die sechs Ursprungsfirmen den Verband der Solar-Einkaufsgemeinschaft e.V., dem heute rund 140 feste Mitarbeiter, freie Solarberater und zahlreiche Partnerbetriebe vom Bayerischen Wald bis hin nach Baden angehören. Regelmäßige Schulungen gehören zu ihrer Zusammenarbeit ebenso wie Öffentlichkeitsarbeit für die erneuerbaren Energien, gemeinsame Produktentwicklung und Einkauf. Solarfachleute und Handwerksbetriebe mit Interesse an einer Zusammenarbeit sind eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen.
 
 
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