Solarwärme - Solarstrom - Heizen mit Holz - Flächenheizungen
Pressemitteilung
Altbausanierung als Chance, auf Sonne und Holz umsteigen
“Morgen ist Kollektorwetter” Rottenburg-Oberndorf, 18. März 2005. Manchmal weiß sogar ein Ölkessel, wann es Zeit ist zu gehen. Bei Familie Demand im schwäbischen Bondorf war dies der Fall. Zwei Wochen, bevor Volker und Silvia Demand mit der Komplettsanierung ihres Altbaus beginnen wollten, war die Ölheizung aus dem Baujahr 1972 komplett durchgerostet. Als wenn sie geahnt hätte, dass ihr Nachfolger, ein Heizsystem aus Sonne und Holz, schon darauf wartete, ihren Platz einzunehmen.
„4.500 Liter Heizöl hat der alte Kessel im Jahr verbraucht, das war doch entscheiden zuviel“, sagt der Vater von drei Kindern, der im Sommer 2002 sein Zweifamilienhaus sanieren wollte. „Öl und Gas kam für uns nicht mehr in Frage, also machten wir uns auf die Suche nach einem alternativen Heizkonzept, das ohne viel Aufwand läuft.“
Pellet- und Stückholzheizung im Doppelpack
Bei einem Kollegen kam Volker Demand das erste Mal mit einer modernen, vollautomatischen Pelletheizung in Berührung. „Das hat mich sofort begeistert“, erinnert sich der Informatiker, der nicht nur eine Leidenschaft für Technik, sondern auch für Holz hat. „Manche meinen, ich höre nicht auf, bevor ich nicht Holz für zehn Jahre zusammen habe“, erzählt Demand lachend und sagt von sich selbst, dass er eine „Waldmacke“ hat. Eine Stückholzfeuerung bot sich also geradezu an. Das Ehepaar entschied sich für beides. Ist Volker Demand auf Geschäftsreise, läuft die vollautomatische Pelletheizung. Ist er daheim, nimmt er die Stückholzfeuerung in Betrieb. Über eine Exklusivschaltung sind die beiden miteinander verbunden.
In den Genuss des Heizens mit Holz kommt die fünfköpfige Familie allerdings nicht das ganze Jahr hindurch. In den sonnenreichen Monaten sorgt eine Solaranlage für den Heizenergiebedarf. Immerhin 360 Quadratmeter Wohnfläche und fünf Personen sind hier mit Wärme für Heizung und Warmwasser zu versorgen. Die Solarfläche musste daher umso größer sein. Dies wäre nicht das Problem gewesen. Vielmehr stellte sich die Frage, wo die Kollektorfläche installiert werden könnte. Mit seiner Giebelausrichtung nach Süden war das Gebäude für die Nutzung der Solarenergie schlecht gerüstet. Da die Familie aber entschlossen war, die umweltfreundliche Solarenergie zu nutzen, fand sie auch hierfür einen Weg. Unterstützt wurden sie dabei von Thomas Hartmann vom Verband der Solar-Einkaufsgemeinschaften, der das Heizkonzept entwickelte und installierte.
Neues Süddach für Solarwärme und Solarstrom „Ein neues Dach musste her“, beschloss Volker Demand, „und das sollte gleich die richtige Ausrichtung nach Süden haben.“ Da sie ohnehin eine zweite Etage auf das Haus aufsetzen wollten und hierfür das alte Dach abnehmen mussten, konnten sie die Umbaumaßnahme gleich integrieren.
Zwei Wochen lebte Familie Demand mit einem provisorischen Dach, was im Grunde genommen kein Problem gewesen wäre. Zu ihrem Leidwesen fielen die Umbauten aber genau in die Zeit der „Jahrhundertflut“ 2002. „In den zwei Wochen hat es ununterbrochen geregnet, den Sommer werden wir nie vergessen“, erzählt Silvia Demand. Aber die Mühe hat sich gelohnt. Auf dem neuen Süddach tront heute eine Solarstromanlage mit einer Spitzenleistung von acht Kilowattpeak. Am 24. September 2002 konnten sie ihre Photovoltaikanlage in Betrieb nehmen. Bis Ende letzten Jahres hat sie bereits über 18.100 kWh erzeugt, weiß der stolze Solarkraftwerksbetreiber Demand. Den Stand kennt er auf den Tag genau. Der Sonnenkollektor mit einer Fläche von 27 Quadratmetern wurde zwischen Dach und Garage installiert, so dass die neue Südausrichtung gleich doppelt genutzt wird.
Die Wärme von der Sonne wird in einem Kombispeicher im Keller über Tage und Wochen vorgehalten. Da er mit seinem Fassungsvermögen von 4.000 Litern nicht durch die engen Gänge in das Untergeschoss passte, wurde er in Einzelteilen angeliefert, hinunter befördert und erst hier zusammengeschweißt. Zuvor hatte der Hausherr selbst den alten Öltank zerschweißt und aus dem Keller herausgeschnitten. Abgerundet wurde die Sanierung mit einem Vollwärmeschutz.
„Wann können wir wieder Holz machen?“
Was nach viel Aufwand klingt, haben die Demands keine Sekunde bereut. Für Volker Demand ist die Heizanlage zu einem zweiten Hobby geworden. Aus Spaß hat er die ganze Anlage schon einmal komplett umprogrammiert. „Ich wollte einfach sehen, was passiert.“ Ehefrau Silvia freut sich über jede sonnige Wettervorhersage: „Morgen ist Kollektorwetter!“ Und sogar der sechsjährige Alexander sieht die Welt heute mit anderen Augen. „Wo ist Holz? Wann können wir wieder Holz machen“, fragt er nicht selten. Nicht nur darüber freut sich Volker Demand. „Unser Vorrat auf der Baumwiese reicht für Jahre“, sagt er und gesteht etwas zögernd ein: „Wenn ich sehe, dass der Ölpreis wieder steigt, grins' ich mir einen.“ |